Page 33 - Gehaltvoll Nr. 2.2
P. 33
Die Streichholzschachtel
Foto: © M. Schuppich - Fotolia.com
Und heute, nach Jahrzehnten,
Schlägt mein Herz zart höher,
Wenn ich dich sehe.
Du warst und bleibst
der Inbegriff von Zukunft,
Wenn die Hölzer explodieren.
Kein Spielzeug mehr,
Ich wuchs heran, aber auch kein Orakel, nein,
Sah von weitem zu, Es kam der Tag, kein Scheiterhaufen,
Wie die Großen mit dir spielten, Den ich ersehnte, Das Geschrei der Mutter
Nicht Häuser bauten, Brücken. Ich mit meinem ersten Geld Wurde mir ein Lächeln.
Soviel begriff ich bald, Dich kaufte. Dein Duft dagegen
Dass du Dinge möglichst machst, Dein Klang der gleiche ein Vorgeschmack des Sterbens.
Die mir verboten. Wie in Kindertagen.
Den Herd zu schüren. Nicht lange noch Die Zeit in mir
Rauch zu produzieren. Ich mit dir Brücken baute. Gewinnt durch dich an Ruhe.
Kerzenlicht zu zaubern, Ich gebe es zu, Ich brauch dich nur zu sehen,
Wenn das Tageslicht erstarb. Schon bald Geht sie Hand in Hand
Maschinen zu bewegen. Tat ich mit dir das, Mit dem Auf und Ab des Lebens.
Holz zu verbrennen, Was ich all die Jahre Und seiner stillen Sehnsucht.
Von ferne nur bestaunte,
Das übrig war, das störte. Zwar die Finger mir gleich verbrannte,
Einmal sah ich sogar, Doch mich verliebte Gedicht von Werner May,
gesprochen von
Dass mit deinen Stäben In den Geruch aus Schwefel Benjamin Stoll,
Schauspieler,
jemand sich die Zähne putzte. Und den Duft der weiten Welt. www.benjaminstoll.com
33