Page 32 - Gehaltvoll Nr. 2.2
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Die Streichholzschachtel
Ich hatte dich gefunden
Gleich neben unserem Haus.
Bestaunte dich von allen Seiten,
Hielt dich an mein Ohr.
Wie meine Babyrassel töntest du,
Wenn ich dich schüttelte,
Dann entdeckte ich,
Dass du zu öffnen bist,
Aufzuschieben, aufzuziehen.
Viele Hölzer, schön mit roten Köpfen
Purzelten aus dir
Mir vor die Füße.
Türmten sich, lagen einsam,
Zu zweit, als Gruppe,
Zur Hand, zum Spiel, zum Bauen. Ich wuchs heran,
Sah von weitem zu,
So wurdest du mein Lieblingsspielzeug, Wie die Großen mit dir spielten,
Meine Hölzer, Bausteine fein Nicht Häuser bauten, Brücken.
Die mir gehörten, niemand sonst. Soviel begriff ich bald,
Wo ich auch ging, gingst du mit mir, Dass du Dinge möglichst machst,
Bis zu jenem Tag Die mir verboten.
Wo Mutter dich entdeckte, Den Herd zu schüren.
Einen Schrei ausstieß, Rauch zu produzieren.
Mich an den Haaren zog, Kerzenlicht zu zaubern,
Mir drohte, schimpfte, Wenn das Tageslicht erstarb.
Ich wusste nicht warum, Maschinen zu bewegen.
Wie wenn ich von Honig heimlich schleckte, Holz zu verbrennen,
Oder meine Schwester an den Haaren zog.
Unglücksrabe, was das auch ist, Das übrig war, das störte.
Nannte sie mich laut. Einmal sah ich sogar,
Vorbei mein Glück. Dass mit deinen Stäben
Vorbei die Kinderzeit. jemand sich die Zähne putzte.
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